Reisegeschichten - vorgestern wie übermorgen

von Annerose Lohberg-Goelz

Slowenien    I II


Thermalwasser in großen Mengen

Am östlichen Rand der pannonischen Ebene tritt Thermal- und Mineralwasser in großen Mengen zutage. Hier sind 16 Heilbäder wie beispielsweise Radenci, Rogaska Slatina oder Dobrna entstanden, die allesamt ausgezeichnete Einrichtungen und sehr gute Ärzte haben, die oft deutsch sprechen. Es gibt fast keine Krankheit, die nicht in irgendeinem der Bäder behandelt werden kann - leider ist das bei uns noch viel zu wenig bekannt. Die Preise unterscheiden sich häufig erheblich von denen deutscher Heilbäder, und zwar im positiven Sinn. Der Wermutstropfen: Die deutschen Krankenkassen erstatten meist nichts.

Mit seinen nur etwas über 20 000 qkm Gesamtfläche ist Slowenien ein kleines Land. Man tritt sich auch nicht auf die Füße, denn im ganzen Land leben nicht einmal zwei Millionen Leute. Die Hauptstadt Ljubljana, das frühere Laibach, sah in seiner über 3000jährigen Geschichte Illyrer, Kelten, Römer und Hunnen. Napoleon hielt die Stadt besetzt, bis 1918 waren die Habsburger am Ruder. Sie hinterließen gut erhaltene Adelsvillen im Jugendstil, man begegnet italienischem Barock und österreichischem K- u. K-Charme, wenn man an einer Stadtführung durch die mittelalterliche Altstadt teilnimmt. Zu Recht sind die Slowenen aber auch stolz auf ihre eigenen Architekten, die moderne Regierungs- und Konferenz-Gebäude sowie schöne, lichtdurchflutete Museen schufen. Hübsch und bunt ist der werktägliche Gemüse- und Fischmarkt gleich neben dem Dom, nicht sehr vertrauenerweckend dagegen der Flohmarkt am Sonntag, der sich am Ufer des Ljubljanska-Flusses zwischen zwei Brücken erstreckt.

Gut, dass es überall in den Seitengassen kleine Restaurants und Bistros gibt, in denen man vorzüglich essen kann. Früher kamen hier fast nur Kohl, Rüben und Kartoffeln auf den Tisch. Heute findet man auf den Speisekarten eine erstklassige heimische Küche - meist aus eigenen frischen Produkten. Ein Hauch Ungarn ist darin, ein Schuss Österreich und eine Brise vom Meer.

Auf dem Land besteht die Gastronomie weitgehend aus Familienbetrieben, die alles selbst herstellen, selbst zubereiten, freundlich und nett auch selbst zu Tische tragen. Die slowenischen Suppen- und Eintopfvarianten sind nahezu grenzenlos - ein Essen ohne Suppe ist nicht denkbar. Der luftgetrocknete Karstschinken Prsut ist weltberühmt und die Kuchen wie Süßspeisen spielten schon immer eine wichtige Rolle im Speiseplan. Auch hier haben sich die alten überlieferten Rezepte mit der neuen frischen Küche aufs glücklichste vermählt. Ein süßer gefüllter Strudel oder ein Palatschinken gehören einfach ans Ende jeden Mahles. Auch auf ihre Weine können die Slowenen stolz sein - es gibt drei große Weingebiete im Land, in denen ausgezeichnete Sorten angebaut werden. Essen und Trinken ist erfreulich preiswert - man hat erkannt, dass man mit guter Küche, sauberen Hotels und Freundlichkeit die Gäste für sich gewinnt.

Und die entdecken nun auch allmählich wieder dieses schöne kleine Land, das in nur wenigen Stunden von Deutschland aus erreichbar ist. Mit dem Auto über Salzburg, den Tauern- und Karawankentunnel findet man heute in Slowenien Autobahnen und ein gut ausgebautes Straßennetz.

Weil alles so preiswert ist, bietet sich Slowenien ganz besonders für Familien an. Gleichgültig, ob man an der Küste, im Landesinneren oder in den Bergen Urlaub macht - man findet Hotels, Pensionen oder Privatquartiere in allen Kategorien, sogar in der Luxus-Klasse.

Am warmen Bledersee oder am kristallklaren Bohinj-See im Triglav-Nationalpark gibt es weitgezogene Campingplätze und gut ausgeschilderte Wanderwege sowie Spielplätze und Unterhaltung für Kinder.

Und so hat sich - fast unbemerkt - ein wunderschönes Land mitten in Europa zu einem bemerkenswerten Ferienziel entwickelt, ohne seine eigenen Traditionen vergessen zu haben.

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