Reisegeschichten - vorgestern wie übermorgen

von Annerose Lohberg-Goelz

Fürstentum Liechtenstein    I II III IV


Geld und Knöpfli mit Mus

"Deine Wort in meine Ohr", sagte der Russe am Nebentisch in fast fehlerfreiem Deutsch zu seinem Tischgenossen, "und wenn wir machen acht Millionen, kriegen ich drei Prozent mehr". Nocheinmal kam der Sekt aus der Kellerei des Fürsten auf den Tisch, während ich bescheiden an meinem Dezi Wein zu sieben Franken nippte. In diesem winzigen Fürstentum zwischen der Schweiz und Österreich scheint sich alles nur ums grosse Geschäft zu drehen. In der winzigen Hauptstadt Vaduz haben nahezu alle Banken der Welt ihre Niederlassungen. Aber es gibt keinen einzigen Supermarkt, kein Opernhaus und kein Theater.

Knapp 25 Kilometer lang ist das Ländchen. Und gerade 12 Kilometer breit - ein perfektes, kleines, wohlorganisiertes Paradies inmitten beeindruckend hoher Berge.

Seine Durchlaucht, Fürst Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein, residiert hoch oben in seiner mächtigen Burg über Vaduz. Sie ist nicht zugänglich, obwohl viele Leute gerne einmal hineinschauen würden, denn er ist Kunstliebhaber und besitzt eine grosse Gemäldesammlung alter Meister. Leider werden nur einige davon in den Staatlichen Kunstsammlungen gezeigt.

Bei wichtigen Entscheidungen wird der Landesherr befragt, doch in die Politik der einzigen Partei im Fürstentum, der Vaterländischen Union, mischt er sich nicht ein. Es passiert auch nicht viel Aufregendes -alles ist wohlgeordnet und friedlich, wenn auch geschäftig. Arbeitslosigkeit gibt es so gut wie nicht. Im Gegenteil: man braucht viele Leute, die täglich aus der Schweiz und Österreich über die Grenzen kommen, um hier zu arbeiten: ein Drittel aller Arbeitskräfte in Liechtenstein sind Ausländer, wobei es nur 31 000 Einwohner gibt.

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