Reisegeschichten - vorgestern wie übermorgen

von Annerose Lohberg-Goelz

Fürstentum Liechtenstein    I II III IV


Im Tal fließt ein schmaler Rhein

Das Auto kann man getrost zuhause lassen, wenn man nach Liechtenstein reisen will. Mit der Bahn geht es stressfreier und fast schneller über Zürich und Sargans. Preiswerter ist es obendrein. In Sargans besteigt man den Postbus, der einen hinauf ins Fürstentum bringt; nach nicht einmal fünf Stunden kommt man ausgeruht in den liechtensteinischen Alpen an.

Im Tal fließt ein schmaler Rhein, hüben wie drüben ziehen sich grüne Wiesen den Berg hinan, auf denen glückliche Kühe weiden. Wilde Berggrate ragen auf, auf manchen schmilzt der Schnee nie. Es gibt zahllose, sehr gepflegte Wanderwege. Einige davon sind im Winter gut gespurte Langlaufloipen.

Der Hauptferienort ist Malbun - im Oberland. Er ist spezialisiert auf Familien mit Kindern, die betreut werden, wenn die Eltern hochalpine Wanderungen oder Skiausflüge machen wollen. Im Winter ist Malbun autofrei.

Die Lifte, von denen es nicht allzuviele gibt, sind das ganze Jahr über in Betrieb - das ganze Jahr über ist auch Saison. Der Sessellift von Malbun geht schnell und lautlos von 1600 Meter auf über 2000 Meter hinauf zum Sareiserjoch. Oben angekommen, traut man seinen Augen nicht: Steht doch da wahrhaftig ein Raumschiff auf dem Berg!

Das futuristische Ungetüm in Silbergrau ist offenbar in den Bergen gelandet. Es gab viele Diskussionen um diese moderne Lift-Endstation neben der Almhütte, wo es zünftig zugeht mit Kaffee und Kuchen, mit Bier, Wein und Vesper in Selbstbedienung. Aber das Ungetüm ist sanft, leise und umweltfreundlich. Man hat sich daran gewöhnt. Auch die Bergdohlen, die - fast zahm - einem im Sturzflug die Kuchenkrümel vom Teller klauen, stören sich nicht dran.

Unten liegen die ehemaligen "Maiensässen" der Weidebauern, auf die im Mai die Rinder getrieben wurden. Dort stehen jetzt, weit verstreut, Ferienhäuschen. Friede liegt über dem kleinen Fürstentum. Man hat das Gefühl, dass hier die Welt noch in Ordnung ist. Doch Vorsicht! In einer Viertelstunde kann man sich den schönsten Sonnenbrand holen - ein hoher Lichtschutzfaktor ist in diesem Gebiet angezeigt. Und zwar im Sommer wie im Winter.

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