Reisegeschichten - vorgestern wie übermorgen

von Annerose Lohberg-Goelz

La Palma    I II III


Die "Caldera de Taburiente"

Einer der Hauptgründe für einen Besuch La Palmas ist die Einsamkeit der "Caldera de Taburiente". Caldera bedeutet Kessel und hier ist einer der größten eingestürzten Vulkankrater der Erde. Er ist neun Kilometer lang und die höchste Erhebung des Kraterrandes ist der Roque de los Muchachos mit 2426 m über dem Meer. Die "Caldera de Taburiente" liegt im Zentrum der Insel und ist ein unglaublich faszinierendes riesiges Wandergebiet. Die Wege sind gut ausgeschildert, aber es ist ratsam, sich eine gute Wanderkarte zu besorgen. In El Paso gibt es ein Besucherzentrum, in dem man sich genau über die Geologie und über Flora und Fauna im Nationalpark informieren kann. Die Einblicke in die zerklüfteten Schluchten, die Barrancos, die man immer wieder hat, sobald man aus dem Schatten der Pinienwälder tritt, sind unübertroffen, die Farben fast nicht zu schildern. Bei starken Regenfällen, wie sie durchaus hier vorkommen, sollte man nicht in diesem Gebiet unterwegs sein - die wenigen Hütten sind dann kaum erreichbar. Auch mit dem Auto lassen sich einige Aussichtspunkte anfahren, der schönste ist vielleicht "La Cumbrecita" auf 1284 m Höhe an der Straße von St. Cruz nach El Paso.

Will man unter freiem Himmel übernachten, ist die Erlaubnis der Parkverwaltung in der Hauptstadt einzuholen.

Nicht nur Geologen zieht diese gewaltige Schlucht an, sondern auch Pflanzenkundler und Naturliebhaber und Menschen, die einfach einmal die Einsamkeit erleben wollen. Es gibt im gesamten Gebiet übrigens kein Gasthaus - Essen und Trinken für eine stunden- oder tagelange Wanderung muß man mitbringen. Beim ersten Besuch in dieser Gegend sollte man sich am besten einer geführten Wanderung anschließen - in den größeren Städten werden sie angeboten. Die körperliche Kondition muß man sorgfältig selbst einschätzen.

Auf der Insel leben etwa 85 000 Menschen - 20 000 davon in der Hauptstadt St. Cruz. Sie sprechen ein eigentümliches schnelles Spanisch und sind zunächst eher zurückhaltend. Im Grunde brauchen sie die Fremden nicht, sie leben in der Hauptsache von den riesigen Bananenplantagen, mit denen sie sich das ganze Jahr über beschäftigen, denn die Stauden brauchen viel Pflege. Es ist harte und anstrengende Arbeit, da bleibt nicht viel Zeit zum Lachen und Fröhlichsein.

Und doch gibt es auf La Palma viele Gelegenheiten, eine Fiesta abzuhalten - wie überall in Spanien. Meist sind die Feste religiösen Ursprungs und werden mit feierlichen Prozessionen und viel Musik begangen. Außer dem bunten Karneval im Februar und dem schönen Mandelblütenfest im Februar in Puntagorda, findet das größte Fest hier nur alle fünf Jahre statt - immer Ende Juli/Anfang August. Es ist das Fest der Schutzpatronin Virgen de las Nieves, das mit großem Pomp begangen wird. Ihr ist auch eine eigene Wallfahrtskapelle oberhalb von St. Cruz geweiht. Sie ist mit wertvollen flämischen Schnitzereien ausgestattet, die Marienfigur trägt ein mit Schmuckstücken besticktes Gewand und steht auf einem silbernen Altar. Bei diesen Gelegenheiten gehen die Palmeros aus sich heraus und laden gerne ein, mitzufeiern.

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