Reisegeschichten - vorgestern wie übermorgen

von Annerose Lohberg-Goelz

Jordanien   I II III IV VJordanien


Die Bucht von Aquaba - der einzige Hafen Jordaniens

Die Asphalt-Bänder des Kings-Highway und des Dessert-Highway, die zwei Hauptgstrassen Jordaniens, ziehen sich fast schnurgerade unter uns hin. Einst waren sie Handelsrouten zwischen Babylon und Ägypten. In diesem Teil der Welt nahm die Geschichte vom Beginn der Kultur an einen ungewöhnlichen und bedeutenden Verlauf. Kanaaniter, Ägypter, Babylonier, Perser, Griechen, Römer, Byzantiner und Kreuzfahrer kämpften um dieses Land. Hier wurde das erste Korn gesät und das erste Schriftzeichen in den Fels geritzt. Als der Prophet Moses mit den Kindern Israels aus Ägypten über das Rote Meer kam, zog er auch durch die glühende Wüste dieses Landes. Und neben den Denkmälern islamischen Glaubens stehen die Zitadellen der Kreuzfahrer.

Angefüllt mit dem Wissen um geschichtliche Vergangenheit blickt man fast ehrfürchtig hinunter in die braunen Täler und auf die Spitzen und Katen der Wüstenberge. Welches ist der, von dem Moses kurz vor seinem Tod über Palästina blickte - der Berg Nebo, Wallfahrtszentrum aus früher christlicher Zeit? In welchem dieser braunen Gemäuer da unten tanzte Salome ihren verhängnisvollen Tanz vor Herodes?

Und dann nähert sich die Bucht von Aquaba - der einzige Hafen Jordaniens. Hier liegen riesige Schiffe, in deren Bäuchen Phosphat aus dem Boden der Wüste in die ganze Welt hinausschwimmt. Das kleine Fischerdorf ist in wenigen Jahren zu einem modernen Freizeitzentrum geworden; Strandhotels unter Palmen, breite Strassen, Menschen von überallher - das liegt nur ein paar Minuten vom kleinen Zentrum mit seiner alten türkischen Festung, seinem kleinen Marktviereck und der Moschee entfernt. Alles ist noch im Werden.

Das Personal in den Hotels ist bemüht, aber nicht sehr geschult. Sportliche junge Leute flitzen zwischen dem schmalen Sandstreifen und den Frachtern auf ihren Surfbrettern über das Wasser. Am Boden der Glasboote drücken sich Damen die Nasen platt, um Korallen zu entdecken, die eigentlich erst viel weiter draussen wachsen.

Hier, nur vier Flugstunden von zuhause, gibt es fast nur Sonnenstunden. Und Temperaturen, die im Winter etwa einem heissen Augusttag bei uns entsprechen. Bald ist man zu träge, um etwas zu unternehmen. Aber das wäre schade. Denn touristischen Anlagen wie diese hier kann man überall in der Welt finden. Sie sind nicht das Jordanien, das wir sehen wollen. Wir wollen zurückreisen in die frühe Geschichte des Landes.

Fortsetzung Jordanien >>    

Mehr über Jordanien bei REISERAT 

Jordanien   I II III IV V




© by PhiloPhax & Lauftext
Weitere Publikationen der Redaktion:
Schwarzwald.net - Reiserat - Reisethema.de - Neckarkiesel.de