Reisegeschichten - vorgestern wie übermorgen

von Annerose Lohberg-Goelz

Israel I II III

Israel

Nouvelle Koscher Cuisine

Der Gedanke an Israel erzeugt bei jedem, der selbst noch nicht dort war, erhebliche Verworrenheit. Wie ist dieses junge und doch so alte Land wirklich? Gerade 60 Jahre alt geworden, hat der Staat Israel Millionen junger und alter Menschen aus 120 Nationen aufgesogen. Sie alle haben hier ein völlig neues Leben unter gänzlich unbekannten Voraussetzungen beginnen müssen.

Unter anderem weiß man kaum etwas über das Essen im Land. Es gibt Berichte von Ferienreisenden, die in ihrem Hotel das auf der ganzen Welt gleich langweilige internationale Touristenmenue vorgesetzt bekamen. Eine israelische Küche? Es ist kaum vorstellbar, dass sich in diesem Menschenkonglomerat aus West und Ost, aus Übersee und Europa eine landestypische Kochkunst entwickelt haben könnte. Was das Gastronomische betrifft, so geht man mit sehr geringen Erwartungen nach Israel.

Doch erlebt man - in der Hauptstadt Tel Aviv, aber auch in den meisten anderen größeren Städten - erste Überraschungen. Da findet man die italienische Pizzeria nicht weit von einem österreichischen Kaffeehaus und ein marokkanisches Restaurant mit Bodenkissen und niedrigen Messingtischchen neben einem amerikanischen Steakhouse mit chromglänzender Theke. Gewiss, das ist nicht gerade landestypisch, aber man freut sich doch, dass man hier einige vertraute kulinarische Fluchtburgen gefunden hat. Ein Koch aus dem Ausland, der nach Israel kommt, hat es schwer. Er muss viel von dem, was er gelernt hatte, vergessen und sich andere Kochkenntnisse aneignen. Er muss lernen, seine Fähigkeiten dem Klima und den Erzeugnissen des Landes anzupassen - des dürren Landes, das erst in den letzten Jahrzehnten grün und fruchtbar gemacht wurde.

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Israel I II III




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